Der Fachdienst ist ein begleitendes Angebot der beruflichen Rehabilitation.

Alle Teilgebiete dienen dazu, die Ausbildung erfolgreich abzuschließen und mit guter Lebensqualität in das Berufsleben zu starten bzw. es fortzusetzen.

Unsere Fachdienste:

  • Grundrehabilitation
    • Orientierung & Mobilität (O&M)
    • Lebenspraktische Fähigkeiten (LPF)
    • Hilfsmittelberatung und Schulung
  • Medizinischer Dienst
    • Low Vision
    • Sprechstunde der Ärzte
  • Psychologischer Dienst
  • Sozialpädagogischer Fachdienst
  • Fachdienst Autismus
  • Fachdienst Teilhabe Freizeit

Kurz erklärt:

Grundrehabilitation

Schulung in Orientierung und Mobilität - O&M

Die von starker Sehschädigung oder Blindheit betroffenen Menschen sind in hohem Maße in ihrer Bewegungsfreiheit und ihrer Orientierungsfähigkeit eingeschränkt. In speziellen Schulungen in Orientierung und Mobilität (O&M) werden blinden und sehbehinderten Menschen Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt, um sich in ihrer Umwelt gezielt, sicher und selbständig fortzubewegen.

Inhalte sind:

  • Umgang mit dem Blindenlangstock (Technik und Anwendung in unterschiedlichen Umweltsituationen)
  • Schutz des eigenen Körpers
  • Vermittlung grundlegender Orientierungsfertigkeiten
  • Sensibilisierung der anderen Sinne
  • sichere Straßenüberquerungen und Analyse des Verkehrsgeschehens
  • optimale Ausnutzung des vorhandenen Sehvermögens und ggf. Handhabung optischer Hilfsmittel  
Schulung in Lebenspraktischen Fähigkeiten - LPF

Während der Schulung in lebenspraktischen Fähigkeiten werden sowohl blinden- als auch sehbehindertenspezifische Fähigkeiten im Einzelunterricht vermittelt. Ziel ist es, die Selbstständigkeit im Alltag zu erweitern. Die Schulungen beinhalten u.a. das Erlernen und Anwenden spezieller Fähigkeiten im Rahmen:

  • der Körperpflege (Nagelpflege etc.)
  • des Haushalts (Reinigungsarbeiten, Wäschepflege etc.)
  • der Zubereitung von Speisen (Schäl- und Schneidetechniken, Dosieren und Abmessen von Zutaten, Kochen am Herd etc.)
  • der Einnahme von Mahlzeiten (Schneide- und Schiebetechniken mit Messer und Gabel, Eingießen von Getränken etc.)
  • der Bedienung elektrischer Haushalts- und Küchengeräte
  • des Sortierens und Aufbewahrens von Lebensmitteln oder Kleidern in den Schränken (Ordnungs- und Markierungssysteme)
  • des selbständigen Einkaufens (Unterscheiden von Münzen und Geldscheinen, Unterschreiben können) usw.

Der Inhalt und die Schwerpunkte der Schulungen orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen und Anliegen der Teilnehmenden.

Hilfsmittelberatung und Schulung

Mit den Ergebnissen der augenärztlichen und der Sehfunktionsuntersuchung werden geeignete Hilfsmittel und Sehhilfen und Beleuchtungen ausgewählt, erklärt und erprobt.  

Auf Grundlage des erforderlichen Vergrößerungsbedarfes werden vergrößernde optische und elektronische Sehhilfen in unterschiedlichen Testsituationen geprüft. Es findet eine individuelle Schulung der Hilfsmittel, teilweise am Arbeitsplatz statt.

Die Beratung der Hilfsmittel erfolgt herstellerunabhängig.  

Hilfsmittel:  

  • Lupen -Hand- und Standlupen, Lesesteine, mobile elektronische Lupen
  • Bildschirmlesegeräte und
  • Vergrößerungssoftware

Medizinischer Dienst

Low Vision

Die Sehfunktionsuntersuchung und das Sehfunktionstraining werden auch ambulant angeboten.

Sehfunktionsuntersuchung

Jede Sehbehinderung ist anders. Aus diesem Grund bedarf es einer genauen Sehfunktionsuntersuchung. Diese beinhaltet u.a.:

  • eine ausführliche Anamnese
  • Prüfung der Sehschärfe
  • Prüfung des Farb- und Kontrastsehens
  • Prüfung des beidäugigen Sehens
  • Ermittlung des Vergrößerungsbedarfes
  • Prüfung von Blendempfindlichkeit, Lichtbedarf

Anhand dieser Ergebnisse kann die bestmögliche Lösung gefunden werden, damit die vorhandene Sehfähigkeit im Alltag maximal eingesetzt werden kann.  

Sehfunktionstraining

Sehtraining bei cerebraler Sehstörung:

Bei cerebralen Sehfunktionsstörungen können halbseitige Gesichtsfeldausfälle auftreten.  Bei dem Sehtraining wird die Blickzielbewegung trainiert.  

Exzentrisches Sehtraining:

Das Training unterstützt Betroffene mit zentralem Gesichtsfeldausfall (häufiges Symptom der altersbedingten Makuladegeneration).   

Mit dem exzentrischen Sehtraining wird eine Netzhautstelle außerhalb des Gesichtsfeldausfalls trainiert. Dadurch soll das Lesen mit einem optischen/elektronischen Hilfsmittel wieder ermöglicht werden.

Untersuchung und Beratung im Tätigkeitsfeld

Ziel ist es, den Arbeitsplatz optimal zu gestalten. Meist findet die Untersuchung vor Ort im Betrieb, an den Computerarbeitsplätzen oder in praktischen Arbeitsbereichen statt. Auch in Schulen und im häuslichen Umfeld ist eine Überprüfung möglich. Der Vorteil einer Untersuchung vor Ort ist die realistische Einschätzung der am Arbeitsplatz vorhandenen Möglichkeiten und Gegebenheiten. Grundlage ist die Überprüfung der visuellen Funktionen durch eine Sehfunktionsuntersuchung. Zusätzlich werden die ergonomischen Gegebenheiten am Arbeitsplatz wie Lichtverhältnisse, Arbeitsabstände oder Arbeitsmaterialien berücksichtigt. Nach der Untersuchung bekommen Teilnehmende eine Empfehlung für tätigkeitsbezogenen Sehhilfen und Hilfsmittel oder für spezifische Schulungen.

Eine Arbeitsplatzuntersuchung wird häufig durch den Arbeitgeber oder Kostenträger (z.B. die Agentur für Arbeit, Integrationsamt oder die Rentenversicherung) empfohlen. Bei Interesse können Sie sich gern auch direkt an uns wenden.  

Sprechstunde der Ärzte

Reha-medizinischer Dienst

Die medizinische Sprechstunde umfasst:

  • Reha-Medizin 
  • Augenheilkunde 
  • Konsiliarisch: 
    • Kinder- und Jugendpsychiatrie 
    • Psychiatrie 
    • Psychotherapie 

Die Untersuchungen und Befunde dienen der Feststellung der Berufseignung und weiterführender therapeutische Maßnahmen. 

Psychologischer Dienst

Die psychologische Begleitung orientiert sich am Ziel der Behinderungs- und Krankheitsbewältigung. Sie unterstützt die Aufrechterhaltung oder (Wieder-)Herstellung der Ausbildungs- und Arbeitsfähigkeit.

Die Teilnehmenden werden bei einer selbstständigen Lebensgestaltung sowie ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung unterstützt. Dabei wird auf die persönlichen Ressourcen aufgebaut.

  • Diagnostik

  • Krisenintervention

  • Psychologische Einzelbetreuung

  • Gruppenarbeit

  • Fortbildung und interdisziplinäre Zusammenarbeit

Sozialpädagogischer Fachdienst

Ziel der sozialpädagogischen Begleitung ist die Teilnehmenden zu motivieren und stabilisieren, um einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss und eine berufliche Eingliederung zu erreichen. Der sozialpädagogische Fachdienst fördert die sozialen und beruflichen Handlungskompetenzen der Teilnehmenden.

Das Fachpersonal arbeitet dabei eng mit den Ausbildungsbereichen zusammen und unterstützt die Teilnehmenden durch individuelle Angebote oder in Gruppenveranstaltungen.

  • Frühzeitiges Erkennen des individuellen Unterstützungsbedarfs
  • Entwicklung von beruflicher und sozialer Handlungskompetenz
  • Gestaltung von präventiven Angeboten
  • Vorbereitung auf die Anforderungen des Berufslebens und der Arbeitswelt
  • Individuelle Angebote oder Gruppenveranstaltungen

Fachdienst Autismus

Autismus beeinflusst Denken, Fühlen, Wahrnehmen und Handeln. Unabhängig davon hat jeder Mensch seine Potenziale. Aufbauend auf dieser Stärkenperspektive unterstützen wir ausbildungsbegleitend junge Menschen im Autismus-Spektrum auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf.

Der Fachdienst Autismus besteht aus Mitarbeitenden unterschiedlicher Professionen und arbeitet eng mit den weiteren Fachdiensten des BBW zusammen. Das Fachpersonal unterstützt die Teilnehmenden ganzheitlich und interdisziplinär mit einer Diagnose im Autismus-Spektrum. Außerdem wird eine fachlich spezifische Beratung und Begleitung mit dem Ziel eines erfolgreichen Abschlusses gewährleistet.

  • Fachliche Unterstützung und Beratung aller Bereiche (Lernen, Wohnen, Arbeiten)
  • Soziales Kompetenztraining in Kleingruppen sowie bedarfsweise Einzeltraining
  • Individuell gestaltete Einzel- und Reflexionsgespräche während des gesamtem Maßnahmenzeitraumes
  • Informations- und Beratungsangebote für Betroffene und deren Bezugspersonen
  • Fortbildungsangebote
  • Vernetzung und Kooperation mit allen Prozessbeteiligten

Fachdienst Teilhabe Freizeit

Der Fachdienst Teilhabe Freizeit schafft einen Ausgleich zu Schule, Ausbildung oder Arbeit und bietet strukturierte, inklusive Freizeitaktivitäten. Ziel ist ein aktiver Ausgleich, um Wohlbefinden und Gesundheit zu stärken, die Ausbildung erfolgreich abzuschließen und einen dauerhaften Arbeitsplatz zu finden bzw. zu erhalten.  

  • Anlauf-, Beratungs- und Unterstützungsstelle für das Thema Freizeit

  • Zentralisieren von Ressourcen und Wissen zu den Themen Freizeit, Urlaub, Kultur und Sport

  • Unterstützung bei der Umsetzung von Angeboten

  • Umsetzung eigener Angebote

Ansprechpartner

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Grit Günther
Bereichsleiterin Fachdienst

Flemmingstraße 8 c - Haus 15
09116 Chemnitz
Tel.: 0371 33 44 337
Mail: E-Mail schreiben

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