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Modulinhalte im Einzelnen

Modul 0 (Reha) - Prozessbegleitung

Zielgruppe: UbsM – Modul 0 richtet sich an Menschen mit Seheinschränkungen die eine betriebliche Ausbildung absolvieren, nicht in ein BBW einmünden und nicht an einer Maßnahme der begleiteten betrieblichen Ausbildung (bbA) teilnehmen.

Auf der Basis des Reha-Plans führen die Prozessbegleiter/innen mit dem/den Klienten/innen Reha-Plan-Konferenzen durch, koordinieren notwendige Hilfen, arbeiten eng mit den am Reha-Prozess beteiligten Personen und mit dem Klienten/innen zusammen. Sie zeigen Möglichkeiten und Hilfen zur selbstständigen Bewältigung von Problemen auf.

Die Steuerung des Reha-Prozesses durch die Reha-Planung zielt auf einen erfolgreichen Bildungsverlauf inklusive der Erreichung aller vereinbarten Teilziele, auf einen Ausbildungsabschluss und die berufliche und damit gesellschaftliche Integration ab. Für die Kostenträger der Klienten/innen und Behörden sind die Prozessbegleiter/innen die zuständigen Kontaktpersonen, die über den Rehabilitationsprozess informiert sind und wichtige Informationen an die entsprechenden Stellen weiterleiten.

Diese Leistung umfasst

  • Erstellen und Fortschreiben des Qualifizierungsplanes in Absprache mit den Klienten/innen und aller am Prozess beteiligten Personen
  • Weiterleitung des Qualifizierungsplanes an die zuständige Reha-Beratungsfachkraft
  • Zielvereinbarungen mit den Klienten/innen treffen, die Verläufe kontrollieren und dokumentieren
  • das Zusammenwirken aller am Prozess beteiligten Personen im Rahmen des Reha-Teams sicherstellen 

Ziel dieses Moduls soll sein, gemeinsam mit den Teilnehmern, den Mitarbeitern des Ausbildungsbetriebes und den Prozessbegleitern mögliche behinderungsbedingte Hindernisse zu vermeiden bzw. auszuräumen.

Der Ausbildungsprozess soll reibungsfrei und erfolgreich gestaltet und die Motivation der Teilnehmer sowie des Ausbildungsbetriebes auf gutem Niveau gehalten werden. Es werden zeitnah notwendige Hilfen, wie Stütz- und Förderunterricht organisiert, um leistungsbedingte Abbrüche zu verhindern. Eine klientenorientierte Arbeitsweise ist somit während des gesamten Ausbildungsprozesses gewährleistet.  

Modul 1 - sehbehindertenspezifisches Coaching für Bewerber- und Auswahlverfahren 

Im sehbehindertenspezifischen Coaching für Bewerber- und Auswahlverfahren werden blinde und sehbehinderte Menschen auf der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsbetrieb unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse und Anforderungen unterstützt. Durch eine gute Standortanalyse, eine sehbehinderten- und blindenspezifische Bewerbungsbegleitung und ein barrierefreies Vermittlungs-Coaching soll Inklusion gefördert werden.

Die bedarfsorientierte und zielgerichtete Begleitung erfolgt durchgängig. Fragestellungen wie: Was muss ich bei der Erstellung meiner Bewerbungsunterlagen beachten? Wie beschreibe ich meine Behinderung? Welche Förderungsmöglichkeiten gibt es? Wie bereite ich mich auf das Vorstellungsgespräch vor? stehen dabei im Mittelpunkt.

Diese Leistung umfasst

  • Bedarfsorientiertes und zielgerichtetes Bewerbertraining
  • Unterstützung bei Umsetzung von Voraussetzungen für gleichberechtigtes Bewerber-/ Auswahlverfahren
  • Begleitung zu Bewerbungs-/ Auswahlverfahren  

Modul 2 - Wegetraining 

Blinde und sehbehinderte Menschen sind in hohem Maße in ihrer Bewegungsfreiheit und ihrer Orientierungsfähigkeit eingeschränkt.

Im Modul „Wegetraining“ werden von den Rehabilitationslehrer/innen für Orientierung und Mobilität Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt, die es blinden und sehbehinderten Menschen ermöglichen, sich in ihrer Umwelt speziell auf dem Weg vom/zum Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gezielt, sicher und selbstständig fortzubewegen. Es werden sowohl blinden- als auch sehgeschädigten-spezifische Fertigkeiten im Umgang mit dem Blindenlangstock vermittelt. Das Training findet als Einzeltraining statt und berücksichtigt die persönlichen Voraussetzungen, Bedarfe und Ziele des Klienten.

Diese Leistung umfasst

  • Wahrnehmungsförderung
  • Techniken der sehenden Begleitung
  • Körperschutztechniken
  • Suchtechniken
  • Umgang mit dem Langstock (oder adaptierter Mobilitätshilfe) z. B.:
  • Grundlegende Orientierungsstrategien
  • Teilnahme am Straßenverkehr
  • Einsatz elektronischer Hilfsmittel wie Hindernismelder oder Navigationssysteme
  • Einsatz und Anwendung vergrößernder Sehhilfen (Monokulare)  

Modul 3 arbeitsplatzbezogene Sehhilfen-und Hilfsmittel-Beratung 

Die Untersuchung und Beratung ist für den Klienten von großer Bedeutung, da hierdurch Möglichkeiten zur Kompensation vorhandener Leistungsdefizite ergründet werden, woraus Integration ins gesellschaftliche Leben, Arbeitsplatzerhaltung, aber auch nachhaltige Eingliederung ins Berufsleben resultieren. Letztere Gründe spielen auch für Kostenträger, Ausbildungsbetrieb und zukünftige Arbeitgeber eine entscheidende Rolle.

Durch die Untersuchung werden individuelle Bedürfnisse festgestellt. Hierzu sind spezielle Untersuchungstechniken notwendig und das Untersuchungsmaterial muss transportabel und multifunktionell einsetzbar sein. 

Im Anschluss werden in der Beratung passgenaue und realisierbare Lösungen ausgesucht. Der Klient und wenn gewünscht der Ausbildungsbetrieb, der Arbeitgeber oder der Kostenträger werden an der Ergebnisfindung beteiligt. Falls nötig werden auch Kollegen über bestimmte Teilbereiche informiert, damit Erwartungen zielgerichteter erfüllt werden können.

Diese Leistung umfasst

  • Einführungsgespräch und Anamnese
  • Befragung zu persönlichen Angaben
  • Befragung zur Feststellung individueller Probleme bei der Durchführung bestimmter Tätigkeiten
  • Untersuchung der Sehfunktion
  • Beurteilung der vorhandenen Sehfunktion
  • Beobachtung des Einsatzes der vorhandenen Sehfunktion
  • Erprobung von Hilfsmitteln
  • des individuellen Arbeitsplatzes
  • Beratungsgespräch zur Sehfunktion
  • Arbeitsplatzbezogene techn. Hilfsmittelerprobung zur Optimierung der Arbeitsfähigkeit einschl. Erproben vergrößernder Sehhilfen, Beleuchtung sowie weiterer Arbeitsmittel. Der besondere Schwerpunkt liegt hier auf der Testung verschiedener Monitore (Größe, Darstellungsformen,…), Vergrößerungssoftware, elektronischen Lupen und Bildschirmlesegeräten oder/und Braillezeilen mit entsprechender Steuerungssoftware (Screenreader).
  • Beim Einsatz von Screenreadern (Brailleausgabe, Sprache, Vergrößerung) ist sicherzustellen, dass die Kompatibilität zur PC- bzw. Netzwerkumgebung gegeben ist. Die betrifft insbesondere Anwenderspezifische Softwarelösungen und Netzwerklösungen mit Thin-Klients.
  • Optimierung der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung.
  • Feststellung des Förderbedarfes zum Handling der einzusetzenden Hilfsmittel
  • Empfehlung zur Hilfsmittelausstattung und dem ggf. damit verbundenen Schulungsbedarf 

Modul 4 - Hilfsmittelausleihe 

Bisherige Erfahrungswerte sagen, dass von Zeitpunkt der Hilfsmittelermittlung bis zur Lieferung mindestens drei Monate vergehen. Notwendige Hilfsmittel sollten bereits zum ersten Ausbildungstag zur Verfügung stehen. Die Begleitung im Vorfeld der Ausbildung Ermöglicht neben der optimalen Hilfsmittelausstattung – in Kooperation mit den entsprechenden Hilfsmittelanbietern – die Vermittlung von Leihgeräten.

Diese Leistung umfasst

  • eine fristgerechte Bereitstellung,
  • bei Bedarf, Unterstützung bei der Installation vor Ort,
  • Grundeinweisung im Betrieb,
  • die Rückholung der notwendigen Hilfsmittel am Ende der Leihstellung.
  • Eine erweiterte Einweisung in die Hilfsmittelnutzung - in Bezug auf die betrieblichen Erfordernisse - kann vereinbart werden.
  • Im Einzelfall kann die Ausleihe von Geräten auch wirtschaftlich günstiger sein.

Modul 5 - sehbehindertenspezifische Hilfsmittel- und Softwareschulung 

Neben der Bereitstellung von Hilfsmittel ist der effektive Umgang (Handling) durch anerkanntes Fachpersonal zu schulen und in die alltäglichen Erfordernissen und Abläufe entsprechend den Bedürfnissen der Auszubildenden zu integrieren. Neben einer Grundlagenschulung in der auf die Sehbehinderung abgestimmten Bedienstrategie (z. B. Tastatur statt Mausbedienung) können entsprechende weiterführende Schulungen in unternehmensspezifische Anwendungssoftware notwendig werden.

Um eine prozessorientierte Arbeit (insbesondere bei Nutzerspezifischen Anwendungsprogrammen) zu ermöglichen, ist in besonderen Fällen die Anpassung der Assistenzsoftware (Screenreader) durch weitere Programmierung (Scripting) an die Arbeitsabläufe zu organisieren. Dieser besondere Aufwand muss erkannt, die Problemlösung beschrieben und ggf. beauftragt werden.

Diese Leistung umfasst

  • Individuelle Schulungen zu Hilfsmitteltechnik (individuelles, inhaltliches Angebot)
  • Individuelle Schulungen zu Software (individuelles, inhaltliches Angebot)  

Modul 6 - sehbehindertenspezifische Unterstützung & Beratung des Ausbildungsbetriebes 

Die Mitarbeiter des Ausbildungsbetriebes, die am Reha-Prozess beteiligt sind, werden in sehbehindertenspezifischer Methodik und Didaktik geschult.

Diese Leistung umfasst

  • Einweisung der Ausbilder und Mitarbeiter in sehbehindertenspezifische Hilfsmittel
  • Vorstellung und Erläuterung ausgleichender, kompensatorischer Hilfen und Kommunikationsmöglichkeiten
  • Unterstützung bei der Organisation der Prüfungsbedingungen (Nachteilsausgleich)
  • Hilfestellungen bei individuellen Fragestellungen der Ausbilder und am Reha-Prozess beteiligter Personen  

Modul 7 - sehbehindertenspezifischer Stütz- und Förderunterricht, inkl. Prüfungsvorbereitung 

Zur Unterstützung der Klienten wird bei Bedarf individueller und berufsbezogener Stütz- und Förderunterricht in Deutsch und Mathematik angeboten. Der Unterricht findet als Einzelförderung statt. Grundlage ist der individuelle Reha-Plan. Den Klienten/innen wird die Möglichkeit gegeben, eigene Ressourcen bei berufsbezogenen Lerninhalten zu erkennen, gezielt zu fördern und zu nutzen.

Ein weiteres Ziel des Stütz- und Förderunterrichts ist die Motivation des/der Klienten/inn und das Wecken seiner Lust am Lernen. Der Klient wird deshalb dort abgeholt wo er steht, ihm wird geholfen seinen Lerntyp zu erkennen. Darauf kann dann die Wissensvermittlung abgestimmt werden.

Diese Leistung umfasst

Im kaufmännischen Bereich z. B.

  • Vermittlung/Training allgemeiner kaufmännischer Sachverhalte
  • kaufmännisches Rechnen,
  • Kalkulationsrechnen
  • Buchhaltung und Lohnrechnung
  • Kommunikation.
  • Förderung des eigenen Stils beim Formulieren von kundenorientierter, moderner Geschäftspost
  • Training der Rechtschreibung und Grammatik  

Im gewerblich-technischen Bereich z. B.

  • Formulierungshilfen zum Erstellen von Angeboten, Aufträgen, Rechnungen, etc.
  • Übungen zum Textverständnis hinsichtlich der Prüfungsaufgaben
  • berufsbezogenes Rechnen und Training prüfungsrelevanten Aufgabenstellungen, z. B. Flächen- und Körperberechnung, Prozentrechnung
  • bearbeiten von komplexen, ineinander aufbauenden Aufgabenstellungen  

Modul 8 - sehbehindertenspezifisches Jobcoaching  

Das Modul 8 findet Anwendung, wenn der Klient die Abschlussprüfung seiner betrieblichen Ausbildung erfolgreich bestanden hat, aber nicht vom Ausbildungsbetrieb als Arbeitnehmer übernommen wird. Um eine längere Zeit der Arbeitsuche zu vermeiden greift Modul 8.

Ziel soll sein, gemeinsam mit dem Klienten zeitnah mögliche und passende Arbeitgeber zu finden. Der Klient wird im Bewerbungsprozess zielsicher unterstützt. Möglich Arbeitgeber sollen „aufgeschlossen“ und  zur behinderungsgerechten Arbeitsplatzausstattung beraten werden. Bei Bedarf kann eine Information zur Behinderung des künftigen Arbeitnehmers erfolgen bzw. zur notwendigen Unterstützungen geschult werden.

Diese Leistung umfasst

  • behinderungsspezifische Bewerbungshilfen             
  • Unterstützung bei Vorstellungsgesprächen              
  • Unterstützung und Beratung bei Gesprächen mit Arbeitgebern, Vorgesetzten, Arbeitskollegen, Vertrauenspersonen für schwerbehinderte Menschen, Vertretern von Ämtern, Vertretern von medizinischen Einrichtungen
  • Unterstützung bei der technischen Hilfsmittelausstattung am Arbeitsplatz
  • Unterstützung bei der Antragstellung zu Fördermöglichkeiten
  • Begleitung und Unterstützung der Klienten an den ersten Arbeitstagen am Arbeitsplatz
  • Begleitung betrieblicher Praktika
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